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Die Verlinkungen zu den umfangreichen
übrigen Seiten der Rossäpfel-Theorie (viele tausend Buchseiten mit noch
viel mehr Beleg-Zitaten und Quellennachweisen, 28 MB belegter Speicherplatz, kostenfrei,
ohne Werbung) im folgenden Inhaltsverzeichnis mussten ab März 2012
leider blockiert werden durch einen Passwortschutz wegen strittiger
Urheberrechts-Forderungen der dapd Nachrichtenagentur. Es geht um
Zitate, die als Belege für die hier entwickelten Thesen zur Umverteilung
nach oben verwendet wurden. (Zur Rechtslage sh. z.B.: "Urheberrecht:
Richtlinien - Zitatrecht", nach UrhG-Kommentator Gernot Schulze unter
http://call.tu-dresden.de/copyright/zitatrecht.htm.)
Eine zusätzliche
Umverteilung nach oben zugunsten der DAPD-"Finanzinvestoren" durch
unkalkulierbare Belastungen aus dieser zehn Jahre langen ehrenamtlichen
und gemeinnützigen Dokumentations-Arbeit kann hier nicht unterstützt
werden. Leider ließ sich auch
Otto Schily als Dekoration für den DAPD-Beirat
engagieren (sh. "Nachrichtenagentur DAPD
greift weiter an - Preise wie bei Aldi",
taz.de, 28.6.2012;
„‘Ein normales Geschäft‘ 10.000 Prozent Rendite in drei Jahren“,
faz.net, 26.2.2007;
„Gegrillt,
saniert, verkauft“,
handelsblatt.de, 22.8.2007;
"Agentur verteidigt 'Anpassung' der Honorare für Freie - 77 Euro
Tagessatz: die dapd-Dumpinglöhne",
meedia.de, 25.2.2011; mit solchen Dumping-Löhne
für mutmaßliche Qualitäts-Recherchen konnte die DAPD auch die seriöse
Nachrichtenagentur dpa bei Guido Westerwelle als Großkunden ausbooten:
"Bestätigt: DAPD beliefert Außenministerium mit News - Der Preis ist
heiß im Auswärtigen Amt", meedia.de, 9.1.2012;
"Auswärtiges Amt: dapd schnappt dpa Kunden weg", wuv.de,
10.1.2012;
"Auswärtiges Amt düpiert Nachrichtenagentur dpa", wuv.de,
4.12.2011; und
http://de.wikipedia.org/wiki/Dapd_Nachrichtenagentur
mit weiteren Nachweisen).
Version 1-663, zuletzt ergänzt am
12. Juni 2011
Steuersenkung für „Bestverdiener“
oder Internet-Recherche für Einsteiger
(fast ein Krimi)
„Das Buch der Natur ist in Zahlen geschrieben“
Galileo Galilei:
Il Saggiatore),
und die wichtigsten Zahlen für die Verteilungspolitik sind die Besteuerungsdaten für Meinungsmacher, denn danach
richtet sich die Meinungsmache (sh. Abschnitt 1, erster Absatz).
„Écrasez l'infame!“
(Voltaire, als Motto der Aufklärung gegen die damaligen klerikalen
Meinungsmacher, hier: „Vernichtet das Infame!“).
Der Fall Galileo Galilei steht zugleich symbolisch für die Irreführung von
Millionen Umverteilungsopfern durch eine parasitäre „Elite“-Truppe von
selbstsüchtigen Meinungsmachern mit quasi übernatürlichen „Einsichten“. Die
Menschen wurden durch diese Profiteure im mentalen Zustand des Mittelalters
gehalten, ebenso wie sie heute als Wähler in den Zustand des
Neoliberalismus
versetzt werden. Auch Voltaire steht als weiteres Beispiel für die Aufklärung
gegen die Schmarotzer seiner Zeit, an denen das ausgesaugte Gemeinwesen krankte.
Thema dieser Webseite ist die Umverteilung des Volkseinkommens nach oben
durch die Neoliberalen und Neokonservativen - insbesondere durch die
Steuer- und Abgabenpolitik - zu Lasten der Normalverdiener, der
Einkommensschwachen, des Staates, des Konsums und der Arbeitsplätze (Senkung der
Einkommensteuer von Schrempp, Ackermann, den Energiepreiszockern, den großen
Medienunternehmern, Couponabschneidern und anderen Best-„Verdienern“ für jede
weitere Einkommensmillion um jeweils 110.000 Euro jährlich plus
Solidaritätszuschlag sowie vor allem Steuergeschenke für Politiker und sonstige
Meinungsmacher immerhin noch jährlich im fünfstelligen Bereich, finanziert durch
Erhöhung der Mehrwertsteuer, anderer Verbrauchssteuern und zahlreiche weitere
Schröpfungen zu Lasten der übrigen (sh. unten), also um deren
Mehrbelastungen durch die Steuersenkungen für selbstsüchtige Meinungsmacher und
ihre Großfinanziers.
Der Neoliberalismus als feudalkapitalistische „Freiheits“-Ideologie der
Volksbetrüger und sonstigen Best-„Verdiener“ zu Lasten der übrigen umfasst aber
auch die Ideologie der „Liberalisierung“ und „Deregulierung“ in der Gesetzgebung
- koste es, was es wolle - um das „Recht des (Kapital-)Stärkeren“ bei der
Verteilung des Volkseinkommens noch weiter auszubauen. Auch die Profiteure
unterwerfen sich damit der Herrschaft des Kapitals, wie sie sich in früheren
Zeiten der Knechtungsherrschaft mit nackter Gewalt über das geraubte Bauernland
angedient haben. Sie versuchen mit ihrem Liberalismus oder Neoliberalismus die
endgültige Befreiung der Geschröpften vorzutäuschen, als hätten ihre Methoden
nichts mehr mit denen der Vergangenheit zu tun.
Ideologische Grundlage für diese Umverteilung nach oben ist wie eh und je eine
passend zurechtgeschusterte ökonomische „Theorie“ bzw. Wirtschafts-Theologie (=
„Rossäpfel-Theorie“, sh. unten) und die eigennützige Meinungsmache durch die
Profiteure. Das sind in der heutigen Zeit vor allem die „Bestverdienern“ in den
Talkshows, die übrigen neoliberalen Propagandisten sowie das Goldene Kalb der
großen Finanziers im Hintergrund mit Medienbesitz, Werbeetats, „Berater“-Jobs,
Seilschaften, Verbänden und Parteispenden. Diese Bestbezahlten jubeln in ihren
Medien jene Politiker hoch, die die Steuersenkung für Best-„Verdiener“ und die
Umverteilung nach oben durchdrücken. Zugleich betreiben sie ihre
Diffamierungskampagnen gegen die politischen Gegner dieses üblen Spiels.
Zur Klärung der Zusammenhänge und gegen die neoliberale Verdrehung der Fakten,
der Sprache und des Denkens soll ein Gesamtbild zusammengefügt werden aus dem
verwirrenden Puzzle der täglichen Medienbeiträge, um es mit Gegenbeispielen
sowie den Aussagen von herausragenden US-Ökonomen zu konfrontieren. Eine
ökonomische Betrachtungsweise ist grundlegend, aber eine Beschränkung auf das
rein Ökonomische wäre zu oberflächlich und griffe zu kurz.
Das Ergebnis des Puzzles soll auch die weit überwiegenden öffentlichen
Falschdarstellungen als solche in diesem finanzpolitischen Kernbereich der
Politik möglichst klar erkennen lassen - Kernbereich deshalb, weil die
Beschneidung der finanziellen Möglichkeiten in fast allen anderen wichtigen
Politikbereichen durch die aktuelle Umverteilung nach oben bestimmt wird. Das
gilt gleichermaßen für alle Regionalbereiche (Bund, Länder, Gemeinden). Ursache
ist also das steuerpolitisch geförderte rasante Anwachsen von privaten Reichtum
und öffentlicher Armut. Das Bild ist detailliert, da viele Akteure und Aktionen
darin vorkommen, alle mit Bezug auf das Hauptthema. Nachdem das Gesamtbild des
Puzzles - mit den noch nicht veröffentlichten Abschnitten 2 bis 15 - schon recht
gut zu erkennen ist, könnte das Bildthema lauten: „Die Gier“ (frei nach
Hieronymus Bosch, sh. unten, mit heutigem Zeithorizont). Es ist vor allem die
Gier der bestbezahlten neoliberalen Meinungsmacher und jener, die es werden
wollen, sie bezahlen oder auf andere Weise unterstützen. Die ausführliche
Überschrift lautet nun seit Mitte 2005 (sh. z.B. forum.politik.de v. 14.09.05
oder hier):
Arbeitsplatzvernichtung
durch Umverteilung nach oben
Das entspricht umgekehrt in Kurzform der Möglichkeit: Schaffung von
Arbeitsplätzen mit ordentlichen Stundenlöhnen durch (teilweise) Steuerfinanzierung von Arbeitgeber- und
Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung nach dem skandinavischen
Erfolgsmodell mit skandinavischen Spitzensteuersätzen (=
„Differenz-Steuersätzen“ für die Einkommensspitzen) oder durch Rückkehr zu
den Einkommensteuersätzen der „Wirtschaftswunder“-Jahre (= Entlastung
der sozialversicherungspflichtigen Arbeit als Produktionsfaktor und Förderung
der Nachfrage, Ausgleich für Beamte, Vergrößerung des „Kuchens“ für alle),
aber zugleich auch Schließen der Steuerschlupflöcher von zig Milliarden
für Best-„Verdiener“ und internationale Konzerne, Anhebung der deutschen
Steuerquote zumindest auf das mittlere EU-Niveau von Großbritannien (sh. unten).
Es
bedeutet auch eine Rückabwicklung der Arbeitsplatzvernichtung durch
Schaffung von Dumping-Jobs zur Schein-Sanierung nach dem Prinzip: „Aus
eins mach zwei durch Lohndrückerei“, insbesondere im
binnenwirtschaftlichen Dienstleistungsbereich, auch bei den stark
vernachlässigten öffentlichen Aufgaben.
Erst wenn damit noch immer nicht die Arbeitslosenquote auf das niedrige
skandinavische und britische Niveau gesenkt worden wäre, hätte man über die
konjunkturdrosselnde Mehrwertsteuererhöhung zur konjunkturfördernden weiteren
Absenkung der Sozialversicherungsbeiträge von „Arbeitgebern“ und „Arbeitnehmern“
nachdenken können - bei entsprechender Erhöhung des Lohnniveaus, der Renten und
sonstigen Transferleistungen. Während z.B. Friseure in Deutschland im
Jahr 2006 einen Tariflohn zwischen 2,75 und 7,99 Euro erhielten, zahlt man ihnen
in Dänemark einen Mindestlohn von mehr als 14 Euro + Trinkgeld (sh. Peter
Bofinger et. al.:
„Vorrang für das reguläre Arbeitsverhältnis...“, August 2006,
S. 115 und 117). Bei dem dänischen Preisniveau vom 1,28fachen des deutschen
Niveaus liegt sie so mit ihrer Kaufkraft deutlich über dem höchsten Tariflohn
einer vergleichbaren westdeutschen Friseurin.
(Sh. „Internationaler Vergleich
der Verbraucherpreise – Fachserie 17 Reihe 10 – Juli 2009“, destatis.de.) Der
Spitzensteuersatz für „Bestverdiener“ liegt dort bei 59 Prozent, die
Steuer- und Staatsquote ist viel höher als in Deutschland, aber die
Arbeitslosenquote ist nur halb so hoch wie hier (sh. unten
und „Jobs! Deutsche
stürmen nach Dänemark“, abendblatt.de, 30.1.07, oder
„Dänen sind scharf auf
Deutsche“, ftd.de, 30.1.07).
Die überfälligen, aber viel zu geringen Auswirkungen der internationalen
Konjunktur auf den deutschen Arbeitsmarkt werden mit der Umverteilung nach oben
durch die neoliberale Koalition nicht gefördert, sondern behindert - trotz allen
Eigenlobs.
Eine Steuerfinanzierung von Sozialversicherungsbeiträgen nach
skandinavischen Vorbild ist am dringendsten geboten für Langzeitarbeitslose im
Niedriglohn-Bereich, dann aber nicht ohne Einführung von Mindestlöhnen
zur Eindämmung von Mitnahmeeffekten (Lohnspirale nach unten, „Drehtüreffekt“)
und gegen Lohndumping im Inland durch ausländische Dienstleister oder
legalisierte Scheinselbständige. Außerdem ist das Steuer- und Sozialdumping nach
der
EU-Dienstleistungs-Richtlinie zu verhindern.
Vor Abschaffung der Steuergeschenke an Best-„Verdiener“ erübrigt auch jede
Diskussion über die Duldung von EU-vertragswidrigen Defiziten und erst recht
über die erklärte „Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen
Gleichgewichts“ zur Rechtfertigung eines verfassungswidrigen Staatshaushalts.
Der ist nur die Folge der Selbstbedienung durch die Meinungsmacher, wie sie die
Neoschwarzen und Rotgesprenkelten mit ihrem Regierungsantritt fortführen wollen.
Damit erhalten sie bereitwillig - wenn nicht bedacht - die Zwangslage zur
weiteren Umverteilung nach oben aufrecht.
Der Propaganda-Slogan der arbeitgeberfinanzierten „Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft“ (sh. unten:
„INSM“) für den CDU- und FDP-Wahlkampf
lautete:
„Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft!“
Im Hinblick auf die CDU-Forderung nach Mehrwertsteuererhöhung zur Schonung
ihrer „Bestverdiener“ und der eigenen Brieftasche braucht es dringend eine
Ergänzung zu diesem Lieblingsspruch der herz- und vor allem schmerzlich
besungenen „Angie“ Merkel samt Tross, die als „Kohls Mädchen“ einige
Tricks gelernt hat und mit ihrer PR-Nummer auch noch die Stones in ihre Arme
zwingen sollte:
„Asozial ist, was ordentliche Arbeitsplätze mutwillig vernichtet!“
Zum Beispiel durch Förderung der Lohndrückerei!
Dazu gehört auch die asoziale bezahlte Propaganda zur Umverteilung nach oben.
(Siehe zu den konjunkturdrosselnden Umverteilungswirkungen insbesondere die
Argumentation der mehr als 400 US-Ökonomen und einiger Nobelpreisträger für
Ökonomie in Abschnitt 1. - Sh. auch
„Steinbrück: Mehrwertsteuererhöhung ist eine
Kernforderung der Union“, welt.de, 31.10.05, und
„... let me whisper in your ear Angie...“).
Der Mehrwertsteuer-Endspurt zum Jahreswechsel 2006/2007 brachte zwar eine
leichte Konjunkturbelebung, deren Ausläufer noch im Jahr 2007 zu spüren sind.
Der damit verbundene minimale Beschäftigungsanstieg, besonders bei prekären
Arbeitsverhältnissen, ist aber nicht wegen, sondern trotz der Umverteilung nach
oben erfolgt und bleibt weit hinter der Entwicklung der
Weltwirtschaft zurück (sh. hier
weiter unten mit dem Bericht:
„IWF:
Weltwirtschaft robust – Deutschland hinten“, abendblatt.de, 12.4.2007).
Eine weitere Platitüde und faule Ausrede der Neoliberalen für ihre Umverteilung
nach oben ist der Spruch:
„Politik kann keine Arbeitsplätze schaffen!?“,
der wörtlich so bei Google einige hundertmal zu finden war, oft auch kritisch
oder mit dem lauen Zusatz: „aber sie kann Rahmenbedingungen setzen“ usw.
Die SPD hat die „ehrliche“ CDU-Forderung nach zwei Prozent
Mehrwertsteuererhöhung im Wahlkampf als „Merkel-Steuer“ angeprangert, aber
Merkel glänzte während der Koalitionsverhandlungen in bezug auf den
Haushaltsausgleich mit der Erkenntnis: „Die Mathematik kann von niemandem auf
dieser Erde außer Kraft gesetzt werden“ (sh.
„Haushalt frühestens 2007 wieder
verfassungsgemäß“, manager-magazin.de, 12.11.05). Nach dieser Mathematik ist das
arithmetische Mittel zwischen ihrer Mehrwertsteuererhöhung von zwei Prozent und
den null Prozent für deren Ablehnung durch die SPD offenbar nicht ein Prozent,
sondern drei Prozent - als „Kompromiss“ im gemeinsamen Regierungsprogramm gegen
die Wähler zur Sicherung der eigenen üppigen Steuergeschenke und zur
Umverteilung nach oben.
Ohne die Mitfinanzierung der Sozialabgaben durch die skandinavischen
Bestverdiener mit den Steuersätzen für ihre Einkommensspitzen von knapp 60% wäre
der Gesamteffekt für den Arbeitsmarkt bei der höheren Mehrwertsteuer in
Skandinavien auch dort stark negativ (sh. hier den entsprechenden
kleingedruckten Exkurs in Abschnitt 1, Teil 2).
Dagegen wäre aus Wettbewerbsgründen eine Absenkung von Unternehmenssteuern auf
das etwas niedrigere skandinavische Niveau möglich, wenn dafür - gegen die
Absicht der neoliberalen Koalition - eine vollständige Korrektur erfolgte bei
Gewinnausschüttungen und realen Wertzuwächsen - mit den skandinavischen
persönlichen Steuersätzen (sh. hier Abschnitt 1). Für die staatlichen
Steuereinnahmen und die Besteuerung nach Leistungsfähigkeit darf es am Ende
keinen Unterschied machen, ob man den Körperschaftsteuersatz und die
Unternehmenssteuern insgesamt absenkt, sondern entscheidend ist, wie hoch die
entnommenen Unternehmensgewinne oder die Wertzuwächse vom Unternehmensinhaber
oder Anteilseigner bei ihrer Realisierung per Saldo besteuert werden
(sh. hier
Unternehmenssteuerreform.htm). Ohne Klärung dieser Zusammenhänge dient
das Gerede über niedrigere Körperschaftsteuersätze in konkurrierenden Ländern
nur der Irreführung . An dieser Klärung haben jedoch die Neoliberalen kein
Interesse, besonders seit Aufgabe der Körperschaftsteuer-Verrechnung mit der
Einkommensteuer zum 1.1.2001 (sh. ebd.).
Zum Verständnis der Verteilungspolitik, der Wählerentscheidungen und der
Medien-„Demokratur“ spielt auch folgende Frage im Hintergrund stets eine Rolle:
Welcher Anteil des täglichen Medieninteresses an Politik,
Infotainment,
Banalitäten usw. richtet sich auf die eigentliche Verteilungsfrage, d.h. auf den
Zusammenhang zwischen den Steuersenkungen für „Bestverdiener“ und den
entsprechenden Mehrbelastungen für die übrigen? Von den Mehrbelastungen erfährt
man schon einiges; weil sie angeblich alle gleich betreffen. Von den erfolgten
Senkungen der Steuern für „Bestverdiener“ hört man sehr viel weniger; aber die
Frage nach Rückkehr zu ihren früheren Spitzensteuersätzen anstelle einer
Mehrwertsteuererhöhung ist für diese neoliberalen „Bestverdiener“ absolut tabu
und wird von ihnen sofort auf die lächerliche Reichensteuer (sh. Abschnitt 1)
von drei Prozent für Einkommensteile über 500.000 Euro pro Jahr (für
Verheiratete) abgebogen, von der sie selbst fast alle verschont bleiben oder
kaum etwas spüren.
Das Erfolgsrezept der Profiteure liegt seit eh und je vor allem darin,
dass sich kaum jemand gründlich mit solchen Verteilungsfragen beschäftigen mag
und sie ihre „Experten“ für die Ablenkungsmanöver bezahlen. Die Ablenkung und
das Abspringen auf nebensächliche Reizthemen wird zum Verdummungsprinzip
erhoben. Man erkennt diese Volksbetrüger förmlich an der Vermeidung oder
Abbügelung der entscheidenden Fragen! Sie werden von ihnen überhaupt nicht erst
gestellt, obwohl sie doch am nächsten lägen. Das gilt noch mehr für die Frage
nach dem konjunkturellen Zusammenhang zwischen Steuersenkungen für sie und
Mehrbelastungen für die übrigen durch diese Steuersenkungen - mit den
entsprechenden Wirkungen auf den Arbeitsmarkt. Dieser Zusammenhang wird selbst
dann von fast allen Meinungs-Fabrizierern peinlichst verschleiert, wenn
er zum Beispiel in den Talkshows ganz klar auf der Hand liegt und die Frage nach
Rückkehr zu ihren Steuersätzen der Wirtschaftswunderjahre statt
Mehrwertsteuererhöhung sich beinahe unwiderstehlich aufdrängt. Die Anhänger der
großen Koalition für die Umverteilung nach oben streiten sich zwar auch in
solchen Show-Veranstaltungen untereinander um die Fleischtöpfe, stehen aber wie
eine Front - alle gegen einen und meist mit Unterstützung der ModeratorInnen -
gegen jeden, der dort den Schwindel aufdecken will. Es fragt sich, ob man bei
solchen Absonderungen überhaupt noch von „Meinungen“ sprechen kann.
Besonders beliebt zur Unterschlagung und Verschleierung der tatsächlichen
Zusammenhänge ist die Vortäuschung falscher Zusammenhänge in den Medien:
„Mehrwertsteuererhöhung zur Senkung der Lohnzusatzkosten“ (CDU/CSU), aber nicht
zu ihrer geforderten Senkung des Spitzensteuersatzes, oder: „Ökosteuererhöhung
zur Finanzierung der Renten“ bei gleichzeitiger Steuersenkung für
„Bestverdiener“ (RotGrün), „Abschaffung der Eigenheimzulage zur Finanzierung von
Bildung“, „Steuersenkung für Normalverdiener von monatlich z.B. hundert Euro zur
Förderung des Konsums und der Konjunktur“ usw. Aber diese hundert Euro werden
sofort konsum- und konjunkturdrosselnd wieder abkassiert durch Erhöhung der
Ökosteuer, Mehrwertsteuer, Kürzung der Eigenheimzulage, Selbstbeteiligungen im
Gesundheitswesen, Preiserhöhungen durch Pharma-, Strom- und Gaslobby mit
Politikerbeteiligung zur Gewinnexplosion usw. Am Ende reichen nicht einmal die
anderen hundert Euro im Portemonnaie des Normalverdieners für die laufenden
festen Ausgaben. Steuerfreie Kleinrentner, Studenten, Arbeitslose usw. erhalten
ohnehin gar keinen Mini-Ausgleich, sondern müssen sich mit ihrer Schröpfung
begnügen, die in Wirklichkeit zur Erhaltung der laufenden Steuergeschenke für
„Bestverdiener“ dient. - Dem Staat geht es ähnlich mit seiner Erhöhung der
Ökosteuer, Mehrwertsteuer usw., denn auch die staatlichen Einnahmen brechen real
weg durch die Umverteilung nach oben und die daraus folgende
Arbeitplatzvernichtung mit Steuer- und Abgabenausfällen.
Die best-„verdienenden“ Meinungs-Fabrizierer sind an solchen Entlarvungen kaum
interessiert. Man wird derartige Offenlegungen also selten in den großen
Massenmedien finden, sondern eher auf den hinteren Plätzen im Internet, obwohl
dieses auch mit gezielten Desinformation überschwemmt wird. Im weiteren
Sinne geht es also auch um die Entstehung einer Ideologie aus den materiellen
Interessen oder dem skrupellosen „Egoismus“ der neoliberalen Meinungsmacher
(sh. Abschnitt 1, Teil 2). Das US-Vorbild nach der folgenden Beschreibung des
bekannten Medienwissenschaftlers Joshua Meyrowitz ist auch hierzulande
weitgehend erreicht:
Es klingt wie eine Ironie der Geschichte, aber die Einseitigkeit der
Medien ist in diesem Land viel größer als in einem totalitären System. In einer
Diktatur suchen die Menschen nach alternativen Informationsquellen, sie sprechen
mit Ausländern oder lesen Untergrundzeitungen. Hier, wo die Pressefreiheit eine
Selbstverständlichkeit ist, können die Menschen gar nicht verstehen, warum es so
wichtig ist, sich auch aus anderen Quellen als den tonangebenden Massenmedien zu
informieren. Sie wollen solchen Quellen einfach nicht glauben, gerade weil ihnen
der freie Zugang garantiert ist.
(Sh. das Interview „Die Monster, die wir rufen“ mit Joshua Meyrowitz, Freitag
51, 13.12.2002).
Im übertragenen Sinne ist die Prognose von George Orwell schon
seit Beginn der Gleichschaltung oder des äußerlich aufrechten Ganges eingetreten
- oft über Jahrhunderte:
Und wenn alle anderen die Lüge glaubten, die die Partei propagierte – wenn alle
Berichte dieselben Täuschungen verbreiteten -, dann ginge die Lüge in die
Geschichte ein und würde zur Wahrheit.
(George Orwell: 1984, Book One, Chapter 3. Er schreibt dort: „And if all others
accepted the lie which the Party imposed—if all records told the same tale—then
the lie passed into history and became truth”; aus
http://www.netcharles.com/orwell/articles/col-1984quotes.htm,
frei übersetzt vom Verfasser.)
Die ARD-Sendung „Sabine-Christiansen“ (sh. unten) diente allerdings dieser
Propaganda-Maschine deutlich besser als die Maybrit-Illner-Moderation.
Man konnte nur hoffen, dass es auch unter dem Einfluss von Illners neuem
Lebensgefährten und Telekom-Chef René Obermann so bliebe, zumal es ohnehin nur
wenige Charaktere gibt, die durch hohes Einkommen nicht ihr (soziales) Gewissen
verlieren. Das wichtigste Verteilungsthema war auch bei Illner - wie in
praktisch allen Medien - stets tabu, nämlich die laufenden unglaublichen
Steuergeschenke für Best-„Verdiener“ und Multimillionäre seit 2001 und die
extrem niedrige Steuerquote für diese Gruppe im internationalen Vergleich.
Aber in ihrer Sendung vom 17.1.2008 hat Illner nun zum Beispiel schon den
Wahlkampf gegen die Umverteilung nach oben durch die reaktionären Schul-
und Studiengebühren der CDU-Länder als Angebot von „Freibier für
alle!“ bezeichnet (gegen Ende der Sendung) und sich dafür vom anwesenden
Hamburger Wahlkämpfer Michael Naumann (SPD) den Vorwurf des Populismus
eingehandelt. In ihrer Sendung vom 14.2.2008 über „Linksruck und Reformdruck“
driftete Illner weiter zum Neoliberalismus, als sie von „Spendierhosen“
sprach und die angeblichen „Geschenke“ der letzten Zeit einblenden ließ. Dazu
zählte sie die überfällige Anpassung des Wohngeldes, den Kinderzuschlag für
Einkommensschwache, die verfassungsmäßig gebotene Anpassung des Kindergeldes,
die dürftige Post-Mindestlohn-Vereinbarung. Sie erwähnte jedoch nicht die
Geschenke zur Erbschaftsteuer und die neuen Milliardengeschenke an sie selbst,
an Herrn Obermann wie an viele andere Einkommensmillionäre durch Senkung ihrer
Gewinnsteuern auf 25 Prozent mit der neuen Abgeltungssteuer. Sahra Wagenknecht
von der Linken entlarvte diese Volksverdummung, und sogar Horst Seehofer (CSU)
wandte sich gegen solche Unredlichkeiten. Mit solchen neoliberalen
Entgleisungen qualifizierte sich Illner aber für „GOLDENE KAMERA 2009“ von
Springers Fernsehzeitschrift „Hörzu“ in der Kategorie „beste Information“ gegen
Sandra Maischberger, die auf solche Propaganda für die neoliberalen
Meinungsmacher verzichtet (sh.
„ILLNER, MAISCHBERGER und PLASBERG: Politische
Talkshows für die Goldene Kamera nominiert“, bild.de, 15.1.2009) und statt
dessen mehr nachhakt bei kritischer Information zum Neoliberalismus. Dafür wurde
sie allerdings auch auf einen Sendeplatz am Werktag spätabends ab 22.45 Uhr
verbannt.
In Illners Sendung vom 6.3.2008 drängte sich allmählich das Gefühl auf, dass die
neoliberale Wählertäuschung gegen die Linke und gegen den eingeladenen Oskar
Lafontaine vor allem durch eingeblendete Kurzfilme transportiert werden sollte,
so dass Illner den Anschein von Unparteilichkeit wahren kann, dass dies
vielleicht auch von Strippenziehern im Hintergrund mitorganisiert wird, dass
aber Illner sich jedenfalls voll damit identifizierte. Das gilt ebenso für ihre
Beiträge zur Generationen-Hetze (sh. hier
rossaepfel-exkurse.de). - Auch auf
Sabine Christiansens „Charakter“ war sicherlich außer ihrem selbst gewählten
Schickimicki-Umgang und ihrem Millionen-Einkommen ihr zeitweiliger
Lebensgefährte und Bayer-Aufsichtsrat Manfred Schneider nicht ohne Einfluss. Es
entsteht jedenfalls der Eindruck, dass in den Talkshows mit neoliberaler
Propaganda und ihren Claqueuren ohnehin nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Aber es ist auch ein Ausdruck dafür, dass in der Demokratie des
neoliberalen Medien-Kapitalismus ohnehin nicht alles mit den rechten
Dingen zugeht (sh. hier
Demokratie-Kauf.htm).
Die Folge dieses „demokratischen“ Wählerbetrugs ist die Fortsetzung des
konjunkturpolitischen Amoklaufs durch Mehrbelastung von Normalverdienern
und einkommensschwachen Konsumenten zur weiteren Steuersenkung für
Meinungsmacher und sonstige „Bestverdiener“. Das Puzzle gegen das
neoliberale Verwirrspiel wird auch verdeutlichen, dass das Ausmaß der
Manipulation und Demokratieaushöhlung durch den Begriff
„Mediendemokratie“ nur
verharmlost wird. In den Jahren 2000 bis 2005 ist die Zustimmung zur
realen deutschen „Demokratie“ unter den Westdeutschen von 80 auf 71 Prozent und
unter den Ostdeutschen von 49 auf 38 Prozent gesunken (sh. Statistisches
Bundesamt (Hrsg.):
Datenreport 2006, Tz. 21.1). Gleichwohl gelingt es den
profitierenden Meinungsmachern durch Einsatz des Medienkapitals regelmäßig, die
neoliberalen Politiker hochzujubeln und ihre Gegner zu diffamieren..
Bei einem Wahlsieg von SchwarzGelb wäre diese Tendenz zur Vernichtung von
Arbeitsplätzen noch mehr verstärkt worden als mit RosaSchwarzKariert,
obwohl die „visionäre“ Umverteilungsorgie des zunächst designierten
schwarzgelben Finanzministers Kirchhof mit einem „einfachen“ Spitzen- und
Enheitssteuersatz von 25% (!) zunächst nicht vermittelbar war, jedenfalls nicht
ohne zukünftige gewaltige Irreführungskampagnen der Propagandisten in den
Medien. Vor allem erweckte man aus Eigennutz den unsinnigen Anschein, dass
man die „Schlupflöcher“ zwar mit, aber nicht ohne Senkung des
Spitzensteuersatzes schließen könne, z.B. bei Steuersparmodellen für
„Bestverdiener“ und bei fingierten Ertragsverlagerungen in Steuer-„Oasen“
(sh. „Politiker wissen nicht, was da abläuft“, Interview mit Lorenz Jarass,
taz.de, 3.8.05, also Ignoranz statt Gier, nach dem milden Motto „…denn sie
wissen nicht, was sie tun“). Einige Politiker wissen sehr wohl, wie
diese legalisierte Gewinnverlagerung abläuft, und profitieren auch davon auf die
eine oder andere Weise - so z.B. Friedrich Merz (sh. hier
Linksbuendnis.htm mit
dem Suchwort „Doppelbesteuerungsabkommen“. Genaueres sh. hier weiter unten mit „Jarass“).
In der Planwirtschaft werden die Produktionsfaktoren nur unzureichend genutzt.
In einer reinen Marktwirtschaft erfolgt die Verteilung allein nach dem Gesetz
des Marktes. Danach erhält der Anbieter von TV-Klamauk und -Irreführungs-„Informationen“
aufgrund der hohen Nachfrage einen weitaus höheren Anteil am Volkseinkommen aus
der gemeinschaftlichen Güterproduktion als ein viel beschäftigter ambulanter
Notarzt oder sonstiger Produzent von nützlichen Leistungen. Der abgeschöpfte
Anteil privilegierter Gruppen am Volkseinkommen ist - nicht nur in den
Entwicklungsländern - oft so groß, dass er weder durch Konsum noch durch
Investitionen in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt, sondern lediglich
irgendwo im In- oder Ausland gehortet wird und so zur Kreislaufschwäche der
Volkswirtschaft mit Arbeitslosigkeit führt. Extrembeispiel dafür sind die
Kleptokraten-Regime der Dritten Welt mit ihrer Umleitung von Milliarden auf
private Auslandskonten.
Die reine Marktwirtschaft schließt Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit
mit schweren politischen Folgen also nicht aus. Sie erfordert daher - wie
ehemals der Wilde Westen - eine Intervention des Staates. Die Wirtschaft ist für
den Menschen da und nicht der Mensch für die Wirtschaft, aber die Verteilung des
Volkseinkommens durch die reine Marktwirtschaft ignoriert den menschlichen
Aspekt und die tatsächliche Leistung völlig. Daher wie auch zur Stabilisierung
der Konjunktur und des Arbeitsmarktes ist die Steuer-, Abgaben- und
Verteilungspolitik das wichtigste staatliche Instrument in einer
Marktwirtschaft.
Das prinzipielle Potential einer Marktwirtschaft möchte der Verfasser als
Ökonom (und ehemaliger Außenseiter-Student der
Frankfurter Schule) mit
Schwerpunkt Steuern und Finanzen (sh. auch Nachwort) keineswegs in Frage stellen
- auch nicht die Wichtigkeit eines sorgsamen Umgangs mit den kleinen und
mittleren Unternehmen, insbesondere den Personenunternehmen mit vollem
Konkursrisiko, von denen „Dreiviertel ... unter 52.000 Euro, nahezu alle unter
128.000 Euro“ Jahresgewinn liegen (sh. Abschnitt 1 in Fußnote 53) und die die
meisten Arbeitsplätze schaffen. Aber diese Unternehmen werden vor allem von den
im Durchschnitt viel besser bezahlten neoliberalen Propagandisten nur
vorgeschoben als Vorwand für ihre Selbstbedienung zu deren Lasten und angeblich
zu Gunsten von „Investoren“. Diese Unternehmen sind durch die Abwürgung des
Konsums zur Umverteilung nach oben besonders stark betroffen.
Auch die kleinen und mittleren Unternehmen haben an der
Spitze ihrer Verbände meist Interessenvertreter, die vor allem von ihren
„bestverdienenden“ Mitgliedern und wichtigsten Finanziers unterstützt werden, so
dass man entsprechend Stimmung für die Falschen macht,
der Steuersenkung für Spitzeneinkommen den Vorzug gibt gegenüber der Entlastung
der kleineren Unternehmer durch Steuerfinanzierung ihrer Arbeitgeberanteilen zur
Sozialversicherung und so die vielen Kleinunternehmer nur vor den eigenen Karren
spannt. Die weitere persönliche Bereicherung hat für jene Reichsten also
absoluten Vorrang gegenüber der Arbeitsplatzsicherung.
Es ist ähnlich wie bei anderen Abschöpfungen des Volkseinkommens durch die
Reichsten zu Lasten der Ärmsten, so etwa beim Paradebeispiel der
bestversorgten
Agrarlobbyisten, wo 4 Prozent der Betriebe 50 Prozent der EU-Subventionen
„abräumen“ (sh. „Tony Blair und die EU-Agrarpolitik“, dreigliederung.de,
17.6.05) und damit viele Agrarbetriebe in der Dritten Welt durch Preisdumping in
den Ruin treiben. Auch eine Begrenzung der Direktsubventionen auf jährlich
300.000 Euro für
jeden der 3000 privilegierten Großagrarier in der EU war wegen
des Vetos u.a. aus Deutschland und von Tony Blair nicht möglich. Nicht einmal
eine Nennung der größten Subventionsempfänger wie in anderen Staaten wollte die
Merkel-Regierung mit ihren Ministern Glos und Seehofer zulassen (sh.
„Ans
Tageslicht“, faz.net, 27.8.2006). Dagegen müssen sich 53,8% der Bauern in der Alt-EU - darunter die
wirklich Bedürftigen - mit maximal 1200 Euro Fördergeldern pro Jahr zufrieden
geben. (Sh. Interviews mit F. W. Graefe zu Baringdorf,
dlf.de, 24.6.05, und mit
Lutz Ribbe: „EU-Finanzpolitik ...“, stern.de, 1.7.05; ferner
„...Geldsegen für
Großkonzerne“, WDR-Monitor, 15.6.06, ist "depubliziert").
Auch für die Spitzenfunktionäre der Ärzte im Marburger Bund ist die Umverteilung
der Chefarztbezüge von 300.000 bis zu mehren Millionen Euro jährlich zu den
ausgebeuteten Normalverdienern unter ihren Klinikärzten strengstes Tabu
und schon gar nicht Gegenstand der Ärztedemonstrationen (sh.
„Weißkittel: Ärzte proben den Aufstand“, wdr.de, 17.10.05 (ist "depubliziert"), und z.B.
„220 Charité-Professoren dürfen
zusätzlich verdienen“, tagesspiegel.de,
10.2.04). Man rüttelt in Erwartung von
eigenen kleineren oder große Pfründen nicht an dem unsinnigen Privileg, dass
schon in der Aufnahmestation des Krankenhauses die Versicherungsleistungen der privatversicherten Neuzugänge durch die Chefärzte weitgehend beschlagnahmt
werden, vielleicht mit Hilfe des Oberarztes als Akquisiteur gegen
Erfolgsbeteiligung. So können sie diese die hohen Sonderhonorare zu Lasten der
knappen Krankenhauseinnahmen abschöpfen, oft ohne nennenswerte oder zumindest
ohne adäquate Eigenleistung, auch zu Lasten der Beiträge von zurückgesetzten
Kassenpatienten. Die abhängigen Assistenzärzte verzichten sogar im Interesse
ihrer Chefärzte auf die Abrechnung ihrer zahllosen und oft patientengefährdenden
Überstunden. Es ist hier ähnlich wie mit der tabuisierten Alternative zwischen
Mehrwertsteuererhöhung und Erhöhung des Einkommensteuer-Spitzensatzes, die alle
karrierebewußten Meinungsmacher außerhalb der Linkspartei peinlichst ignorieren,
zumal sie sonst wohl mit Inhalten wie in diesem Text gar nicht erst zu den
bereits Etablierten vorgelassen würden.
Wenn man also die Steuern nach dem Rezept der Neoliberalen immer weiter senkt
und schließlich den Staat „in der Badewanne ertränken“ will (sh. Abschnitt 1, am
Ende), dann schafft man nicht nur eine rein marktmechanistische Verteilung des
Volkseinkommens, sondern auch ein meteorologisches Chaos in der Konjunktur und
eine Eiszeit auf dem Arbeitsmarkt. Bei anhaltender Arbeitslosigkeit auf hohem
Niveau und ständig zunehmendem Abstand zwischen Arm und Reich kann man sich als
Nutznießer der Umverteilung auch nicht mit Voodoo-Zauber auf die angebliche
Allheilkraft der Notenbankpolitik oder von realen Lohnsenkungen usw.
herausreden.
Der Name der Webseite bezieht sich auf die neoliberale sogenannte
Rossäpfel-Theorie. Sie besagt: Wenn man die Rösser („Bestverdiener“) gut
füttert, fällt hinten auch genug für die Spatzen ab. Die Bezeichnung verdient in
Zeiten des Neoliberalismus, also der allgemeinen Umverteilung nach oben, mehr
Popularität. Man hört sie selten. Bei Veröffentlichung der Version 1-003
(22.1.2005) fand man sie im Internet mit Google nicht einmal, aber
[Pferdeäpfel-Theorie] immerhin zweimal und [Pferdeäpfeltheorie] einschließlich
„übersprungener Ergebnisse“ dreizehnmal. (Zur Präferenz für die Bezeichnung
„Rossäpfel-Theorie“ sh. hier weiter unten „Für englischsprachige Google- oder
BabelFish-Nutzer“). Die Idee ist keineswegs neu. Sh. dazu bei Wikipedia den
Artikel Trickle-down-Theorie
(Version Anfang 2005, danach weichgespült).
Aber der harte Schwenk zur Umverteilung nach oben, also zum Neoliberalismus, ist
nicht nur bestimmend für die aktuelle Politik insgesamt, sondern kennzeichnet
auch einen wichtigen weltgeschichtlichen Umbruch. Er wurde eingeleitet durch die
„Grand Old Party“ (= US-Republikaner) mit ihrem Vorreiter (sh. Bild oben) des
„Raubtierkapitalismus“ Ronald Reagan (US-Präsident 1981-1988/89, sh.
„Steuersenkungen in den USA“ von maximal 70% und 50% auf 28%). Diese
umverteilungspolitische Entzügelung des Kapitalismus wurde - während und nach
der fortschreitenden Auflösung des scheinsozialistischen Gegenmodells -
fortgesetzt unter Reagans Dumping-Nachahmern Margaret Thatcher, George W. Bush
und Gerhard Schröder mit PinkGilbgrün und schwarzgelbem Druck (sh. hier
Abschnitt 1), die CDU Angela Merkel (Mehrwertsteuererhöhung und weitere Senkung
des Spitzensteuersatzes). Zu den föderalen Steuersätzen in den USA kommen
allerdings die Zuschläge der US-Gebietskörperschaften. Insofern war Reagan noch
ein Ausbund an „Humanität“ gegenüber den Planungen der FDP und der CDU/CSU, vor
allem mit deren gefeiertem „Visionär“ Paul Kirchhof.
In abgeschwächtem Maße wollten auch die neoliberalen Parteien und Propagandisten
in anderen Ländern diesem Sog aufs Volkseinkommen hin zur eigenen Brieftasche
nicht widerstehen. Übertrumpft wurde das Ganze noch durch das Steuerdumping der
neuen EU-Beitrittsländer, das über die EU aus den Steuergeldern der künftigen
Arbeitslosen in Westeuropa finanziert wird und durch das sich die Propagandisten
hier einen Druck zur weiteren Senkung der eigenen Spitzensteuersätze erhoffen.
Der folgende Text untersucht in der Form von Fragen und Antworten den
derzeitigen Stand der Steuer- und Verteilungsdiskussion in Deutschland mit Bezug
auf die USA und andere Länder. Dabei wird in Verbindung mit den
steuerpolitischen Fakten vor allem den Motiven, dem profitablen Selbstbetrug,
der Meinungsfabrikation und dem Glauben an „Autoritäten“ nachgegangen, die den
gegenwärtigen Trend eigennützig bestimmen.
Es wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass alle wesentlichen Aussagen hierzu
durch Quellen dokumentiert sind, so dass der Verfasser beim detektivischen
Puzzle ursprünglich eher mit trockener Distanz hinter die umfangreiche
Quellenarbeit zurücktreten wollte. Es sollte also wenig mit Eigenformung zu tun
haben - im Gegensatz auch zum großen
Bauernkriegs-Panorama von Werner Tübke. Aber
je näher man hinschaut, um so mehr verbietet sich hier die Teilnahmslosigkeit.
Es wird - bei aller Quellestrenge - auch eine andere Darstellungsweise und
Sprachform erforderlich - jenseits der künstlich neutralisierenden Abhandlungs-
oder Nachrichtensprache, von der lediglich die Volksbetrüger und sonstigen
Best-„Verdiener“ profitieren.
Puzzleteile wie die zur Senkung der Spitzensteuersätze und zur Erhöhung der
Mehrwertsteuer kommen in verschiedenen Zusammenhängen vor. Aber als
wiederkehrende Bildelemente können sie gerade die ansonsten verschleierten und
daher leicht verkennbaren Wechselbeziehungen im Blickfeld halten. So bietet sich
auch bei auszugsweiser Lektüre eine Alternative zum Häppchen-Journalismus.
Diese Arbeit soll - entsprechend dem Unterthema - auch veranschaulichen, dass
man bereits heute fast ausschließlich durch Internet-Recherche kohärente
Dokumentationen zusammenstellen kann mit Quellen von trivialer Verstärkung des
Mainstream-Chors in Presse, Rundfunk und Fernsehen einschließlich der Talkshows
bis hin zu journalistischer, wissenschaftlicher und literarischer Qualität -
auch mit Ton- und Videosequenzen. Bei der Quellenauswahl kann man jedoch auf
neoliberale Medien nicht verzichten, weil hier auch die kostenfreie oder
kostengünstige Archivierungsdauer zu berücksichtigen ist.
Das gilt auch für Wikipedia-Artikel, die wegen ihrer wachsenden Massenwirkung,
insbesondere auf die Jungwähler, zunehmend zur Manipulation, Irreführung und
Ablenkung von den Kernfragen missbraucht werden durch neoliberale
Schleich-Truppen mit ihren Administratoren und Nachbetern (sh. z.B.
„Wie
versucht wird, die Wikipedia zurecht zu trimmen“, nachdenkseiten.de, 8.3.2006,
und Rudolf Stumberger: „Der Internet-Krieg der Editoren“, Telepolis, 15.3.06),
vor allem in Verteilungsfragen und allen angrenzenden Begriffsbestimmungen - wie
Neoliberalismus,
Liberalismus,
Sozialdarwinismus, Faschismus, Pressefreiheit,
Plutokratie,
Demokratie, Zensur, Mediendemokratie, Parteienfinanzierung,
Staatsquote,
Gesundheitsfonds usw. Unterstützung erhalten sie gerade bei diesen
Themen teilweise auch von hilfreichen oder ehrenamtlichen hilflosen Wikipedia-Administratoren. Die finanzstarke
INSM wird bei diesem Editoren-Krieg
nur stellvertretend auch für die gesamte übrige neoliberale Massen-Invasion
genannt.
Dabei konnte man anfangs der Illusion verfallen, dass die ansonsten respektable
Wikipedia-Enzyklopädie eines der ganz wenigen demokratischen Gegengewichte zum
Medienkapitalismus und dem daraus abgeleiteten Mainstream sein würde. - Um ein
Beispiel zu geben, wurde hier durch Übersetzung und Kommentierung von weniger
manipulierten fremdsprachigen Wikipedia-Artikeln zum
Neoliberalismus
und Liberalismus eine Kritik an der neoliberalen Definitions-Herrschaft eingefügt.
Neben dem grundlegenden ökonomischen Ansatz gibt es hier auch Theologisches,
Moralphilosophisches, Psychologisches,
Ethologisches usw. gegen den
Rechtfertigungs-Zynismus, um die neoliberalen
Akteure an ihren eigenen
Persönlichkeits-Ansprüchen zum messen, die sie sich selbst und anderen
vorgaukeln (sh. die hier verlinkten, weniger anrüchigen Wikipedia-Definitionen).
Wegen der politischen Aktualität werden die Auszüge aus dem Rohentwurf hier
vorläufig ohne abschließende Bearbeitung ins Netz gestellt. Dadurch bedingte
Neuformulierungen von gleichen Aussagen in unterschiedlichen sachlichen und
zeitlichen Zusammenhängen ergeben sich vor allem ungewollt - oft ähnlich einem
Leitmotiv oder Refrain von Titel und Untertitel - aus den ständigen Ergänzungen
dieses Textentwurfes, der ursprünglich auf wenige Seiten angelegt war. Sie
können aber auch dem kursorischen Leser einen gewissen Zusammenhang im Puzzle
vermitteln und bieten - mit drucktechnischer Hervorhebung der Grundstruktur -
einen einstweiligen Kompromiss zwischen Eigendokumentation, Leserfreundlichkeit,
Ergänzungsbedarf und Zeitbeschränkung. Auch sprachlich ist nach den vielen
nachträglichen Satzerweiterungen noch einiges zu vereinfachen - mit
entsprechendem Aufwand.
Der Text von Abschnitt 1 - ohne Fußnoten - ist seit seiner Erstveröffentlichung
am 22.1.2005 bis Ende 2005 über gut 300 Neuversionen wohl oder übel von etwa
10.000 Wörtern auf ca. 30.000 Wörter angewachsen, wovon das wenigste der reinen
Aktualisierung dient. Dabei sind die zahlreichen Erweiterungen durch
ausgelagerte Exkurse nicht mitgezählt. Seitdem hat sich der Umfang dieses
Abschnitts vor allem durch die Dokumentationen in den Exkursen noch einmal
vervielfacht.
Die Grundgedanken zu Abschnitt 1 findet man bereits in dessen Version 1-004 vom
3. April 2005, die noch ohne Exkurse auskam. Sie wurde im April 2007 zur
Erleichterung des Verständnisses ebenfalls ins Netz gestellt. Darin fehlen aber
unter anderem die späteren Umverteilungen nach oben zur nachträglichen
Finanzierung der „Steuersenkung für 'Bestverdiener'“ wie z.B. die
Mehrwertsteuererhöhung.
Nach dieser Vorschau folgen in Abschnitt 1 die allgemeinen Grundlagen und in den
anschließenden Abschnitten die Konkretisierungen mit weiteren Einzelheiten.
Für englischsprachige Google- oder BabelFish-Nutzer:
„Bestverdiener“ or „Besserverdiener“ is not a „good breadwinner“ but a better paid person – who „needs” a radical
cut of his top tax rate - according to a former slogan of the German Liberal Party F.D.P. (symbolized on this site by
their chosen colour yellow like sunny fun and here, alas, associable with gold bound money makers or multiple secretions)
to be „Die Partei der Besserverdienenden”[1]. - „Einsteiger” is a person who gets in or on e.g. a vehicle.
„Krimi” means here: Detective Story – with few murders but much plunder.
This URL www.rossaepfel-theorie.de refers to the so-called „Rossäpfel-Theorie” which might be translated as
„Steed Droppings Theory” („Steed's Apples Theory”) – the (trojan) horses being well fed in favour of the sparrows behind.
However these noble feeders are not simply horses but splendid steeds and their droppings are not ordinary excrements
but apples - almost like emperors' orbs (in German: „Reichsapfel“). This generous supply side is based on
Reaganomics' „Trickle-down theory” or „Horse and Sparrow Economics”, as John Kenneth Galbraith called it
(cf. Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Trickle-down_theory).
In this way tax revenue increases with dropping marginal tax rates (according to Neoliberals like
Reagan's David Stockman and Arthur Laffer) so that the maximum revenue should be achieved by cutting top tax rates.
Unfortunately, a complete translation from German into English cannot be given at present for this extensive text,
but there is an Introduction to the site rossaepfel-theorie.de in English, divested of many particular German details.
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[1] Cf. e.g. „Bundestagswahl 2002, Das Programm der FDP“, WZonline, under
http://www.wienerzeitung.at/linkmap/politik/brd2002wahl/parteienfdp.htm.
As an excellent Dictionary Deutsch/Englisch cf.
http://www.leo.org (both noted Aug. 15, 2004). – The sometimes
used artificial word „gilb“ in addition to fresh „green” means a faded colour changing to a weak
yellow (gelb) like „vergilbt” as the „Green“ Party becomes another lobby for „Besserverdiener“. – Black
symbolizes Christian parties, referring conventionally to the black habit of clergymen. – Neoschwarz,
neorot or neogrün are artificial words referring to the neoliberal mind as well as pink and rosa
refer to the faded red of the „Social Democrats“. These mostly mixed colours are also symbolized by
the patterns of some equestrian statuettes on internally linked pages above.
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Webadressen des öffentlich rechtlichen Rundfunks existieren oft nur ein Jahr
oder weniger, weil die gebührenbezahlten Inhalte dann schon wieder
"depubliziert" werden müssen auf Betreiben des privaten Medienkapitals (sh.
http://de.wikipedia.org/wiki/Depublizieren und
http://www.netzaktivisten.de/2011/05/26/netzaktivisten-gegen-das-depublizieren/
).
Titelbild:
Bronzene Reiterstatue August des Starken, gegossen 1730 von Jean-Joseph Vinache, Bild gespeichert
bei rp-online.de
Stand
22.1.2005). Sie wird hier nur symbolisch in Sinne der Rossäpfel-Theorie verwendet.
Inhaltsübersicht
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